J.S. Bach: "Das Wohltemperirte Clavier: oder Praeludia und Fugen durch alle Töne und Semitonia..."

Wolfgang Schult , Cembalo

Zu dem Werk

Wolfgang Schult hat in den vergangenen Jahren regelmäßig Cembaloabende gegeben. Erst im vergangenen Jahr standen die "Goldbergvariationen" auf dem Programm. In diesem Jahr widmet er sich einer aufführungspraktischen Neuorientierung am ersten Teil des "Wohltemperierten Klaviers" von Johann Sebastian Bach
Bach gab 1722, also kurz bevor er nach Leipzig ins Thomaskantorat wechselte, einer Sammlung von 24 Präludien und Fugen durch alle Tonarten den Titel "Das Wohltemperierte Clavier: Praeludia, und Fugen durch alle Tone und Semitonia...". 
Diese Sammlung entstand allerdings nicht als Druck, sondern nur als Reinschrift. Einige seiner Schüler haben sich davon Abschriften gemacht. Die bedeutenden Komponisten späterer Generationen: Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Chopin usw. besorgten sich ebenfalls Abschriften, so dass man feststellen kann, dass Komponisten von Rang mit diesem Œuvre bestens vertraut waren.
Wohltemperiert bedeutete in diesem Zusammenhang bei Bach eine Art, Tasteninstrumente so zu stimmen, dass man in praktisch allen Tonarten musizieren konnte. Eine direkte Zusammengehörigkeit der jeweiligen Präludien und Fugen wurde immer vermutet, ist aber durch die erforschte Entstehungsgeschichte als unwichtig erkannt worden. Da Bach in den 1740-er Jahren eine zweite Sammlung gleicher Art zusammenstellte, die allerdings keinen solchen Namen trägt, sprechen wir heute von "Wohltemperiertes Clavier I + II".
Clavier meinte nicht das heutige Instrument, sondern lediglich: für eine Tastatur. Eine direkte Zuweisung an das Cembalo bleibt unsicher, weil auch denkbar wäre, dass andere Tasteninstrumente (Orgel, Clavichord) für diese Stücke in Frage kämen.
Eine geschlossene Aufführung des gesamten "Wohltemperierten Clavier I" ist von Bach selbstverständlich nicht beabsichtigt. Die in den letzten beiden Jahrhunderten praktizierte Darstellung auf dem Konzertflügel führte zu reichlich entstellenden Interpretationen

  Hörprobe: Präludium gis-moll (Midi)


Freitag, 17. November,  20 Uhr
Ev. Stadtkirche Herborn

DM 18,- (DM 12,-)

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